Haben wir in Deutschland überhaupt genügend Einstrahlung für den Betrieb eines solchen Solarkraftwerks?
Wir haben in Deutschland zwar in der Summe weniger Sonnenscheinstunden (1500 – 1600 h/a, Südspanien: 2000 – 2600 h/a, 48% mehr). Wenn die Sonne scheint, dann ist sie jedoch fast genauso intensiv wie im Süden. Dadurch, dass wir mehr Wolkendurchgänge haben, arbeiten wir hier unter erwünschten dynamischeren Randbedingungen, was dem Entwicklungsziel, den dynamischen Betrieb eines solchen Kraftwerks zu erkunden und zu optimieren, entscheidend entgegenkommt. D.h. vom Forschungs- und Entwicklungsstandpunkt aus gesehen, ist der Standort Jülich sogar der bessere.
Warum ein Standort in Deutschland, insbesondere NRW?
Die Impulsgabe für die Entwicklung beim DLR in Köln erfolgte bereits in den früher 1990er Jahren durch das BMU, das BMBF und die AG-Solar des Landes NRW. Das Land NRW hat traditionell eine führende Position in der energietechnischen Forschung und Entwicklung.
Ein Großteil der Zuliefererindustrie auf dem Gebiet der thermischen Solar- und Kraftwerkstechnik (Komponentenhersteller, wie z.B. Absorber, Spiegelsysteme, Turbinen, Dampferzeuger, Rohrleitungsbau etc.) ist in Deutschland angesiedelt.
Aus dem Entwicklungsfeld des keramischen Absorbers sind bereits neue Spin-Off‘s generiert worden, die in verschiedenen Arbeitsfeldern agieren, so z.B. Partikelfilter für Dieselmotoren, statische Mischer für die Verfahrenstechnik und chemische Industrie, Hochtemperaturblenden (Bi-Material), hochtemperaturfeste Membranfilter und innovative Wärme-Speicherkonzepte.

