Welches Interesse hat Deutschland an der Entwicklung und Markteinführung solarthermischer Kraftwerke?
Im Jahresbericht 2008 „Innovation durch Forschung – zur Forschungsförderung im Bereich der erneuerbaren Energien“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) heißt es dazu auf S. 59 auszugsweise:
„Ziele, Schwerpunkte und Umfang der Forschungsförderung:
Die Weiterentwicklung von Technologien zur solarthermischen Stromerzeugung hat mittelfristig das Ziel, solarthermische Kraftwerke an geeigneten Standorten konkurrenzfähig mit konventionellen Kraftwerken zu machen. Dann können sie einen wichtigen Beitrag zum globalen Klimaschutz leisten. Derzeit sind deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt führend bei Entwicklung, Herstellung und Export von Einzelkomponenten und Kraftwerkskonzepten. Die Forschungsförderung des Bundesumwelt-ministeriums trägt dazu bei, dass Unternehmen und Institute in Deutschland diese Technologieführerschaft weiter ausbauen können. …“
In der ‚Bekanntmachung über die Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien’ vom 20.11.2008 ist diese Haltung des Bundes wie folgt weiter bekräftigt worden:
„2.5. Solarthermische Kraftwerke
… Vor diesem Hintergrund unterstützt das BMU die anwendungsorientierte Forschung zur solarthermischen Stromerzeugung. Die Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich solarthermischer Kraftwerke hat zum Ziel, dieser Technik zum Marktdurchbruch zu verhelfen. Dies beinhaltet insbesondere das zügige Ausschöpfen von Kostensenkungspotenzialen, z. B. durch Maßnahmen der Ertragssteigerung oder der effizienteren Fertigung sowie des Betriebs solarthermischer Anlagen. Darüber hinaus ist auch die Erhöhung der Zuverlässigkeit und Langlebigkeit von Komponenten und Gesamtsystemen von Bedeutung. Zudem soll die Spitzenposition der deutschen Forschung und Industrie auf diesem Gebiet ausgebaut und deren Wettbewerbsfähigkeit international gestärkt werden. …“
In der bereits im Sept. 2005 veröffentlichten Studie "Klimaschutz und Energieversorgung in Deutschland 1990 – 2020" der Deutschen Physikalische Gesellschaft e.V., wurde zusammenfassend gesagt:
- Der Import von solarthermisch erzeugtem Strom kann zur Verminderung und letztlich Eliminierung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen einschließlich Erdgas beitragen.
- Die Beteiligung deutscher Industrie an der Entwicklung solarthermischer Pilotanlagen wird den beteiligten Firmen einen wichtigen Vorsprung beim mittelfristig bevorstehenden Bau von vielen und großen Anlagen geben.
- Deutschland kann sich Emissionsrechte sichern bei der Erstellung solarthermischer Anlagen zur Stromversorgung der Länder des Sonnengürtels der Erde im Rahmen der internationalen Kyoto-Mechanismen des „Clean Development“.

