Erster Spatenstich 31. August 2007
Im Herbst 2007 beginnt im östlichen Anschluss des Jülicher Gewerbegebiets 'Königskamp' der Bau des innovativen und einzigartigen 'Solarthermischen Versuchskraftwerks Jülich (STJ)'. Am 31. August 2007 fand in Anwesenheit von Vertretern der fördernden Ministerien, der Stadt, der Projektpartner und zahlreicher Gäste der erste Spatenstich und die Enthüllung eines ersten Demonstrations-Heliostaten für das in seiner Art weltweit einzigartige Kraftwerk statt.
Bei dem Projekt handelt es sich um ein innovatives Bauvorhaben der Stadtwerke Jülich GmbH (SWJ) in intensiver Kooperation mit der Kraftanlagen München GmbH (KAM) als Generalunternehmer, dem Deutschen Zentrum für Luft- u. Raumfahrt e.V. (DLR) und der Fachhochschule Aachen mit dem Solar-Institut Jülich (SIJ). Ein Großteil der Investitionsmittel besteht aus Fördermitteln des Bundesumweltministerium und der Wirtschaftsministerien der Länder NRW und Bayern. Weitere Anteile tragen die genannten Projektpartner der Stadtwerke.
Mit einer Spiegelfläche von insgesamt etwa 18.000 m² wird Luft zur Erzeugung von Wasserdampf auf 680°C erhitzt, um mit dem Wasserdampf Strom zu erzeugen und in das öffentliche Netz einzuspeisen. Schwankungen im Leistungsangebot der Sonneneinstrahlung sollen mittels eines neuartigen Speichers ausgeglichen werden. Dadurch kann die Stromerzeugung im Kraftwerk unabhängiger von der Sonneneinstrahlung und damit verbrauchsorientierter erfolgen. Die Inbetriebnahme ist für November 2008 geplant.
Die Errichtung und der Betrieb dieses weltweit einzigartigen Kraftwerks sollen vornehmlich der technologischen Weiterentwicklung dienen, um den Projektpartnern mittelfristig die Vermarktung des bundesdeutschen Know-hows in sonnenreichen Ländern zu ermöglichen.
"Das Solarkraftwerk Jülich ist ein Meilenstein auf dem Weg zur CO2-freien Stromerzeugung. Dieses Gemeinschaftsprojekt bietet die Chance, die technologische Vorreiterrolle des Landes Nordrhein-Westfalen zur Nutzung erneuerbarer Energien national und international bekannt zu machen“, unterstrich Wirtschaftsministerin Christa Thoben in ihrer Rede während der Festveranstaltung und untermauerte damit den nicht nur ideellen, sondern auch monetären Rückhalt durch das Landeswirtschaftsministerium. Ziel des Projektes sei es, eine solide Basis für eine kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Technologie zu schaffen und die derzeitige Marktführerschaft des deutschen Anlagen- und Maschinenbaus zu sichern, so die Ministerin. Für diese neue umweltfreundliche Technologie gebe es einen stark wachsenden Markt, vor allem in sonnenreichen Ländern. Solarthermische Kraftwerke im Mega-Watt-Maßstab könnten einen erheblichen Teil des zukünftigen weltweiten Strombedarfs kostengünstig decken, wie umfangreiche Studien der letzten Jahre eindeutig belegen.
Der "Solarturm Jülich" stärkt die lokale Wirtschaft, mobilisiert innovative Kräfte und weist als Symbol exzellenter Lehre, Forschung und Anwendung weit über regionale Grenzen hinaus. Die Stadtwerke Jülich stellen sich vor diesem Hintergrund der Aufgabe, in dieser zukunftsweisenden Technologie zugunsten einer nachhaltigen Energieversorgung im Rahmen ihrer Möglichkeiten an der nötigen Pionierarbeit mitzuwirken.



